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Nun liegt er vor mir. Rot und saftig – und natürlich Bio und aus heimischem Anbau. Unglaublich, wie wunderschön so ein Apfel sein kann.
Eigenartigerweise habe ich jedoch nicht den Drang sofort hineinzubeißen. Das Fastenbrechen ist wohl auch ein Loslassen.

Eine neue Phase beginnt – eine Erfahrung ist abgeschlossen, eine neue beginnt – wieder ein Neustart.
Nun geht es darum langsam aufzubauen, Geduld zu haben, nichts zu überstürzen, auf seinen Körper zu hören, in sich zu gehen und ihm nur das zuzufügen, was er auch verdauen kann. So wie wir es wohl generell im Leben auch tun sollten, uns nur das zuzumuten und das zuzulassen, was Körper oder Geist auch verarbeiten können. Viel zu oft überschreiten wir Grenzen, verlieren uns im Massenbewusstsein.

Ich denke, diese Aufbauphase könnte eine noch größere Herausforderung werden, als die Kur selbst.
An den Fastentagen war klar, was man zu sich nehmen durfte – durch Beratung bei der Ärztin und Recherche in Büchern und Internet. Man konnte quasi nichts falsch machen. Es gab ein Rezept, eine Anleitung.
Auch zum Fastenbrechen gibt es Anleitungen, die jedoch ebenso vielfältig sind, wie die zu Fastenkuren – so viele verschiedene Meinungen. Im Grunde geht es darum hinzufühlen und das für sich selbst passende auszuwählen.

Meine Ärztin fragte mich: „Wie lange wollen’s denn fasten?“
Und ich erwiderte: „Keine Ahnung … 2 Wochen, 10 Tage …?“ Nach dem Motto: „Sagen Sie’s mir!“
Da meinte Sie nur: „Spüren’s hin. Hören’s, was der Körper Ihnen sagt.“

Und genauso mach ich’s jetzt mit den Aufbautagen. Hinfühlen, hinhorchen, schauen, wo’s herkommt. Greife ich einfach nach allem, wonach mir gerade ist oder halte ich einen Moment inne und vertraue lieber auf meine wiedererwachenden Instinkte.

Ich denke, selbst wenn das vor einigen Tagen noch ersehnte Schokocroissant hier vor mir auf dem Teller liegen würde, könnte ich es gar nicht genießen. Der intensive Geschmack würde mich wohl erschlagen – ganz abgesehen von den Konsequenzen für Leber und Bauchspeicheldrüse. Mein Körper sagt NEIN dazu und das respektiere ich und freue mich über den Apfel, der hier vor mir liegt und darauf wartet, ein Teil von mir zu werden.

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